Vor der Sächsischen Landtagswahl wurde den Eltern mit Kinderkrippen- und Kindergartenkindern in Sachen eine Verbesserung des Personalschlüssels in den sächsischen Kitas versprochen. Jetzt stellt sich das Ganze als Mogelpackung heraus. Zwar wird sich der Personalschlüssel minimal verbessern, doch zugleich sollen auch Assistenzkräfte in den Personalschlüssel einbezogen werden. Zudem wird den Eltern schon einmal vorsorglich mit einer Erhöhung der Kitabeiträge gedroht. Für die Stadtelternräte Chemnitz und Limbach-Oberfrohna ist das Maß damit voll. Sie haben heute eine Postkartenaktion gestartet. Die Karten mit dem Slogan „Liebe Abgeordnete, lieber Abgeordneter, Mama und Papa sagen, ich darf nicht mogeln! Und was ist mit Dir?“ können von den Kindern unterzeichnet und von den Eltern an die Fraktionen von CDU und SPD im sächsischen Landtag geschickt werden. Mit dem Absenden Karte zeigen die Eltern, dass sie hinter den Forderungen der beiden Stadtelternräte stehen.
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Sachsens Haushalt 2015/16: Unsere Forderungen an CDU und SPD
Im Namen der Eltern in Chemnitz und Limbach-Oberfrohna haben die Stadtelternräte von Chemnitz und Limbach-Oberfrohna folgenden Forderungskatalog aufgestellt: Sachsens Haushalt 2015/16: Unsere Forderungen an CDU und SPD weiterlesen
Dem Staat sind Dienstwagen wichtiger als Erzieher
Nach Meinung der CDU-SPD-Regierung in Sachsen reicht das Geld in der Staatskasse nicht für mehr Erzieherinnen und Erzieher in sächsischen Kitas. Billigere Assistenzkräfte sollen es nach Meinung der Politiker richten. Jetzt kommt raus: Die Staatsverwaltung lässt sich ihren Fuhrpark pro Jahr mehr als 20 Millionen Euro kosten. Da muss die Frage erlaubt sein, ob die Prioritäten im Freistaat richtig gesetzt sind. Dem Staat sind Dienstwagen wichtiger als Erzieher weiterlesen
So steht es um die Schülerbeförderung in der Stadt
Wie steht es um die Schülerbeförderung in Limbach-Oberfrohna? Das wollte der Stadtelternrat Limbach-Oberfrohna in einer Onlineumfrage von Schülern und Eltern wissen. Auf der ersten Sitzung des Stadtelternrates im neuen Jahr stellten Jesko Vogel, Koordinator des Stadtelternrates Limbach-Oberfrohna, und Enrico Fischer, stellvertretender Vorsitzender des Kreiselternrates Zwickau und Elternratsvorsitzender der Gerhart-Hauptmann-Oberschule Limbach-Oberfrohna, die Ergebnisse am Donnerstagabend vor. Insgesamt beteiligten sich 136 Schüler und Eltern an der Umfrage in Online- und Papierform. So steht es um die Schülerbeförderung in der Stadt weiterlesen
Grüne: Änderung des Kita-Betreuungsschlüssels wird zur Mogelpackung
Hinter vorgehaltener Hand wurde es schon lange gemunkelt, jetzt ist es raus: Die CDU-SPD-Koalition in Sachsen will Eltern, Erzieher und Kitaträger mit Assistenzkräften abspeisen. In unseren Augen ist das ein ganz klarer Bruch des Wahlversprechens: Assistenzkräfte sind keine Erzieher. Eine optimale Betreuung in den Kitas ist ausschließlich durch gut ausgebildete Erzieher gewährleistet.
Ähnlich sieht das Franziska Schubert, haushaltspolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Sächsischen Landtag: „So wird der Betreuungsschlüssel im Krippenbereich nur scheinbar verbessert: durch den möglichen Einsatz von Assistenzkräften. Eine höhere Betreuungsqualität für unter Dreijährige erreicht man so nicht. Stattdessen wird das Fachkräftegebot aufgeweicht“, kritisiert sie.
Die im Koalitionsvertrag angekündigte schrittweise Senkung des Betreuungsschlüssels in Kinderkrippen solle offenbar ohne pädagogische Fachkräfte erfolgen. Im Haushaltsbegleitgesetz, Artikel 7 habe die Staatsregierung dafür die Voraussetzungen geschaffen. „Ab Herbst 2015 wird sich demnach in Sachsen der Betreuungsschlüssel von pädagogischer Fachkraft zu Kindern weiter verschlechtern“, so Franziska Schubert.
„Wenn CDU und SPD frühkindliche Bildung wirklich als Schlüssel für die Zukunft Sachsens ansehen (Koalitionsvertrag), dürfen sie den Haushaltsentwurf nicht ohne Änderung den Landtag passieren lassen“, machte die Landtagsabgeordnete deutlich. In keinem anderen Bundesland ist die Zahl der betreuten Kinder pro Erzieherin beziehungsweise Erzieher so hoch wie in Sachsen.
Der Stadtelternrat Limbach-Oberfrohna fordert einmal mehr eine deutliche Verbesserung des Betreuungsschlüssels, mindestens auf 1:10 im Kindergarten und 1:4 in der Krippe. Auch Franziska Schubert weiß: „Viele Eltern wünschen sich, dass ihre Kinder zukünftig endlich in kleineren Gruppen kompetent betreut werden, und die Erzieherinnen und Erzieher dringen zu Recht auf verbesserte Arbeitsbedingungen.“
Lothar Bienst, bildungspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, will von der Kritik der Grünen nichts wissen und verweist in einer Presseinformation auf die „gute pädagogische und auf die Bedürfnisse der Kinder ausgerichtete Ausbildung“ der Sozialassistenten. Der Stadtelternrat Limbach-Oberfrohna empfiehlt Herrn Bienst an dieser Stelle einen Blick in den Lehrplan für „Staatlich geprüfte Sozialassistenten“ des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus. Ab Seite 5 gibt es eine Kurzcharakteristik zum Beruf: Kindertagesstätten werden dort als Einsatzort gar nicht erwähnt, oder will die CDU bei dieser Farce den Eltern die Kitas jetzt als Kinder- und Jugendeinrichtungen verkaufen?
Fazit: Da die sächsische CDU abermals die Sorgen von Eltern und Erziehern nicht ernst zu nehmen scheint, schlagen wir an dieser Stelle vor, die anstehende Diätenerhöhung ausschließlich in Form von Essensgutscheinen für die Landtagskantine zu realisieren.
Pressebericht: Kita-Träger setzt Elternratsmitglied vor die Tür
Paragraf 6 Abs. 1 des Sächsischen Kitagesetzes ist eindeutig. Über die Mitwirkungspflicht der Eltern in den Kitas sagt er: „Die Erziehungsberechtigten wirken durch die Elternversammlung und den Elternbeirat bei der Erfüllung der Aufgaben der Kindertageseinrichtung, die ihre Kinder besuchen, mit. Sie sind bei allen wesentlichen Entscheidungen zu beteiligen.“ Diskussionen zwischen Elternratsmitgliedern und Kitaträger bleiben im Tagesgeschäft da nicht aus. Auch und vor allem wegen des katastrophal schlechten Personalschlüssels in den sächsischen Kitas. Den Bogen überzogen hat jetzt aber die Volkssolidarität Glauchau. Nach einem Bericht der „Freien Presse“ von heute hat sie ein unliebsames Elternratsmitglied einfach vor die Tür gesetzt. Wir sind gespannt, wie das Sächsische Kultusministerium in den nächsten Tagen auf den Gesetzesverstoß, die Mitwirkungsrechte der Eltern betreffend, reagiert.
Nachtrag 16. Dezember 2014: Nicht nur bei der Volkssolidarität in Glauchau werden Elternvertreter, die Kritik üben, vor die Tür gesetzt. In einer Lichtensteiner Kita traf es ebenfalls eine Familie. Das berichtet die „Freie Presse“. Und das Landesjugendamt schweigt auf eine Anfrage des Stadtelternrates Limbach-Oberfrohna noch immer.
Liebe Eltern,
vor etwas mehr als einer Woche haben wir an dieser Stelle einen offenen Brief an die Mitglieder von CDU und SPD in Sachsen online gestellt. Wir wollten damit erreichen, dass die Basis beider Parteien noch einmal über die minimale Verbesserung des Betreuungsschlüssels in sächsischen Kitas nachdenkt. Wir haben den Link zum Brief über die sozialen Netzwerke gepostet, an die Parteigremien und einzelne Abgeordnete verschickt – heute hat sich Michael Tzschüter, der Vorsitzende des SPD Ortsvereins Limbach-Oberfrohna, bei uns gemeldet. Wir bedanken uns an dieser Stelle für das Schreiben und die von ihm bekundete Bereitschaft, sich weiter für eine Verbesserung des Personalschlüssels einzusetzen. Liebe Eltern, weiterlesen
Offener Brief an die Mitglieder der CDU und der SPD in Sachsen
Sehr geehrte Mitglieder der sächsischen CDU und der sächsischen SPD,
im Wahlkampf wurden die Spitzen Ihrer beiden Parteien nicht müde, uns Eltern und den ErzieherInnen in den sächsischen Kitas eine Verbesserung des Betreuungsschlüssels zu versprechen. Mit dem jetzt vorliegenden Koalitionsvertrag haben Sie dieses Versprechen eingehalten. Doch wenn wir ehrlich sein dürfen: Mit diesem Ergebnis können wir nicht zufrieden sein.
Auf Seite 16 des Koalitionsvertrages heißt es lapidar: „Wir erkennen die Kindertagespflege als alternatives Angebot für die Betreuung der Kinder zwischen null und drei Jahren an.“ Für uns heißt das: Sie wollen gar nicht, dass sächsische Eltern mit Kindern unter drei Jahren auf Arbeit gehen. Wenn dem so ist, dann haben wir eine Bitte: Sagen Sie das den Eltern, die an fünf Tagen in der Woche ihre Kinder schweren Herzens in der Kinderkrippe abgeben, ehrlich ins Gesicht! Falls Sie anderenfalls wollen, dass Sachsens Eltern mit Kindern unter drei Jahren jeden Morgen ihre Kinder mit einem ruhigen Gewissen in der Kinderkrippe bringen, dann verweigern Sie Ihre Zustimmung zu dem jetzt vorgelegten Koalitionsvertrag und überzeugen Sie die Spitzen Ihrer Parteien davon, dass ab 2015 in den sächsischen Kinderkrippen ein Personalschlüssel von 1:3 gilt!
In den Kindergärten sieht der Koalitionsvertrag eine schrittweise Absenkung des Personalschlüssels auf 1:12 vor. Sollten Sie Ihr Kind jeden Früh in einen sächsischen Kindergarten bringen, dann wissen Sie, dass das weniger als ein Tropfen auf den heißen Stein ist. An den bekannten Problemen (u.a. Überlastung der Mitarbeiter) wird sich damit nichts ändern. Wir brauchen in den Kindergärten einen Personalschlüssel von 1:7,5, und zwar sofort!
Wir wollen nicht fordern, wir appellieren aber an Ihr Gewissen als Väter und Großeltern, als engagierte Sachsen, denen das Wohl dieses Landes am Herzen liegt: Bitte lassen Sie es nicht zu, dass die Berufsgruppe, der wir unser Liebstes anvertrauen, weiter an ihrer Belastungsgrenze arbeitet: Der Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Dr. Michael Winterhoff, sagt: „Erwachsene können nur zur inneren Ruhe finden und damit intuitiv handeln, wenn keine permanente persönliche Überforderung vorherrscht und stabile Arbeitsprozesse vorgegeben sind. Lediglich im Umgang mit solchen Erwachsenen können Kinder gesund heranwachsen und entwickeln sich zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten in der Gesellschaft.“(₁)
Geben Sie den ErzieherInnen die Möglichkeit, durch einen besseren Betreuungsschlüssel ihren (enormen) Teil dazu beizutragen, dass sich Sachsens Kinder optimal entwickeln. Befreien Sie das Personal aus seinem „Hamsterrad“, in welchem es der Getriebene ist und öffnen Sie den Ausweg aus der Tyrannei des „Immer-weiter-so“. Denn: „Nur glückliche Erwachsene sorgen für glückliche Kinder!“(₂)
Zahlreiche Aktionen der vergangenen Wochen und Monate haben gezeigt, wie wichtig den ErzieherInnen, Eltern und Großeltern, Gewerkschaften, Sozialverbänden und auch mancher Partei das Thema ist.
Wir wenden uns an Sie als Parteimitglieder, weil wir wissen, dass Sie sich an der Basis mit viel Engagement jeden Tag für ein besseres Sachsen einsetzen, ohne dabei auf ein Amt in Partei oder Regierung zu schielen. Nutzen Sie Ihren Einfluss als Mitglieder und setzen Sie sich für eine deutliche Nachbesserung des Koalitionsvertrages im Punkt des Betreuungsschlüssels ein. Lassen Sie unsere Kinder und ErzieherInnen nicht weiter die Leidtragenden der bisherigen Politik sein – in einem Land, dessen einziger Rohstoff die Bildung ist! Machen Sie den Freistaat Sachsen zu einem der kinderfreundlichsten Bundesländer Deutschlands! Sie investieren damit in die Zukunft und tun das Beste für unsere Nachkommen!
Wir Eltern werden es Ihnen schon heute danken, unsere Kinder morgen!
Mit freundlichen Grüßen
Lars Frischmann Christian Wobst
(₁), (₂) vgl. Winterhoff, Michael Dr. in Zusammenarbeit mit Carsten Tergast.: Lasst Kinder wieder Kinder sein! Oder: Die Rückkehr zur Intuition. Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus. 2011
Nachtrag am 28. Oktober 2014: Auch die Leipziger Kita-Initiative hat im Internet eine Stellungnahme zum Koalitionsvertrag veröffentlicht. Diese ist online hier zu finden.
Enttäuschender Koalitionsvertrag: Personalschlüssel wird nur geringfügig besser
Der Koalitionsvertrag von CDU und SPD in Sachsen steht. Erzieher und Eltern hatten seit Wochen gespannt darauf gewartet, was sich in Sachen Personalsschlüssel in den Kitas tut. Die Antwort steht auf Seite 16 des Koalitionsvertrages: „Wir werden in dieser Legislaturperiode den Betreuungsschlüssel in Kindertagesstätten und Kinderkrippen schrittweise senken. Am 01.09.2015 wird der Betreuungsschlüssel in Kindertagesstätten auf 1:12,5 verbessert, am 01.09.2016 auf 1:12. Für die Kinderkrippen verbessert sich das Betreuungsverhältnis am 01.09.2017 auf 1:5,5 und am 01.09.2018 auf 1:5. Die Kosten, die mit dieser Qualitätsverbesserung verbunden sind, trägt der Freistaat Sachsen. “ Die Wohlfahrtsverbände hatten schon im Vorfeld erklärt, dass sie den Koalitionsvertrag auf Herz und Nieren prüfen werden. Die meisten Eltern dürften vom Ergebnis vor allem im Krippenbereich enttäuscht sein. Offensichtlich haben weder CDU noch SPD Interesse daran, dass Eltern mit Kindern unter drei Jahren schnell wieder auf Arbeit gehen. So heißt es im Koalitionsvertrag lapidar: „Wir erkennen die Kindertagespflege als alternatives Angebot für die Betreuung der Kinder zwischen null und drei Jahren an.“ Die wichtigsten Fragen zum Personalschlüssel hatten wir schon einmal an dieser Stelle beantwortet.
Bona-Vita-Kitas per Mail erreichbar
Die Bona Vita gGmbH hat heute via Stadtspiegel über bessere Kontaktmöglichkeiten informiert. So können jetzt außerhalb der Geschäftszeiten Nachrichten auf einem Anrufbeantworter hinterlassen werden. Auch per Fax seien nun fast alle Einrichtungen erreichbar. Für jede Kita gibt es zudem zwei Mailadressen. Eine erreicht die Leiterin, die zweite kann für allgemeine Anfragen genutzt werden. Maiadressen und Faxnummern finden Interessierte auf der Homepage der Bona Vita gGmbH.