Ein „Schlüsselbäumchen“ für jede Kita in L.O.

Nachdem das Sächsische Kultusministerium nur mit zwei Stunden Vor- und Nachbereitungszeit für die sächsischen Kitas in die Verhandlungen zum Doppelhaushalt 2019/2020 gehen will, bleibt das Engagement für deutlich bessere Rahmenbedingungen in Sachsens Kitas weiter aktuell, schließlich haben wir, Spitzenverbände der Wohlfahrtspflege sowie die Gewerkschaften darauf hingewiesen, dass die jetzt angekündigten Verbesserungen nur ein erster Schritt sein können. Die Liga der Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege Chemnitz hat sich deshalb für den 1. Juni eine tolle Aktion ausgedacht. Teilnehmen können auch Kitas aus Limbach-Oberfrohna. Mehr Informationen zur Aktion gibt es unter diesem Link.

Kitaumfrage: Es bleibt beim Tropfen auf den heißen Stein

Vor ein paar Wochen hatte das Sächsische Kultusministerium sehr aufwändig Eltern, ErzieherInnen und Kitaleiterinnen in Sachsen befragt. Die Ergebnisse der Kitaumfrage wurden heute in Dresden vorgestellt: Alle drei befragten Gruppen wünschen sich mindestens zwei Stunden Vor- und Nachbereitungszeit sowie eine Verbesserung des Personalschlüssels. Damit ist der Auftrag für den Kultusminister sowie die Regierungskoalition aus CDU und SPD eigentlich klar: Sie müssen im nächsten Doppelhaushalt deutlich mehr Geld zur Verfügung stellen, als bisher geplant. Denn weder der Kultusminister, noch die beiden Regierungsparteien können es sich leisten, die Eltern und ErzieherInnen einmal mehr zu enttäuschen.

Doch was macht der Kultusminister? Er verweist auf einen Fachbeirat, der nach Angaben aus der Presseinformation „im Lichte der Ergebnisse“ (Originalzitat) einmütig empfohlen habe, die zusätzliche Zeit zur Vor- und Nachbereitung der pädagogischen Arbeit mit den Kindern im Kitagesetz zu verankern. Christian Wobst, Vorsitzender des Stadtelternrates Limbach-Oberfrohna, saß vergangenen Donnerstag im Kultusministerium im Fachbeirat. Seiner Einschätzung nach war der Beirat von einer Einmütigkeit weit entfernt. Ganz im Gegenteil: Es wurde überhaupt keine Entscheidung getroffen. Die Sitzung war 10.30 Uhr zu Ende, da der Minister zu einem Anschlusstermin nach Glauchau musste. Zudem haben die Mitglieder des Fachbeirates dem Minister allerhand Hausaufgaben diktiert. Auch von diesen ist in der heute veröffentlichten Presseinformation keine Rede.

Für uns steht damit fest: Die Kitaumfrage war eine Farce, die Mitbestimmung vorgaukeln sollte.

Dabei hatte alles so gut begonnen. In seiner Regierungserklärung sagte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer  31. Januar 2018 großspurig: „Das wichtigste Thema ist dabei die Bildung. Als Vater und Bildungspolitiker würde ich alles Geld dafür ausgeben. Als Ministerpräsident weiß ich, alles geht nicht – aber Bildung steht ganz oben auf der Agenda. Und Bildung fängt bei uns schon im Kindergarten an. (…) Das Kultusministerium wird Träger, Eltern und Erzieher dazu befragen, an welchen Stellen die zusätzlichen Gelder zu mehr Qualität beitragen können. Wir vertrauen darauf, dass sie gut wissen, wie die Qualität verbessert werden kann.“

Dehsalb sagen wir noch einmal ganz deutlich: Die Ergebnisse der Kitaumfrage zeigen, dass Eltern, ErzieherInnen und Kitaleitungen sehr gut wissen, wie die Qualität in Sachsens Kitas verbessert werden kann. Jetzt ist es an den Poltikern, die beiden wichtigen Maßnahmen – mindestens zwei Stunden Vor- und Nachbereitungszeit und die Verbesserung des Personalschlüssels – mit dem nächsten Doppelhaushalt umzusetzen.

Stadt stellt Elternvertretern einen Raum zur Verfügung

So geht engagierte Kommunlapolitik: Am vergangenen Montag trafen sich Christian Wobst, Vorsitzender des Stadtelternrates Limbach-Oberfrohna, Oberbürgermeister Dr. Jesko Vogel und Jan Hippold, Stadtrat der CDU Limbach-Oberfrohna und Abgeordneter der CDU-Fraktion im Sächsischen Landtag, gemeinsam im Büro des Oberbürgermeisters. Im Mittelpunkt stand die Frage: Wie können Schüler- und Elternräte der Limbach-Oberfrohnaer Schulen mit geeigneten Räumen für ihre regelmäßige Sitzungen unterstützt werden?

Eine vom Kultusministerium berufene Expertenkommission hatte dazu im Handlungskonzept „W wie WERTE“ zur Stärkung der demokratischen Schulentwicklung und politischen Bildung an sächsischen Schulen bereits im Juli 2017 klar gestellt: „Schüler- und Elternvertretungen brauchen räumliche und sächliche Voraussetzungen, um ihrer Arbeit nachgehen zu können. Hierfür muss mit den Schulträgern eine Regelung entwickelt werden.“

Das Problem an der Sache: Die Schulen in Limbach-Oberfrohna platzen aus allen Nähten. Oberbürgermeister Dr. Jesko Vogel machte im Gespräch deutlich, dass es schlicht keine Räumlichkeiten gibt, die den Schüler- und Elternvertretungen dauerhaft zur Verfügung gestellt werden könnten. Jan Hippold stellte daraufhin die Frage, ob sich die Elternvertreter unbedingt in den Schulen treffen müssten. Da es dafür keinen Grund gibt, waren sich alle Drei schnell einig, dass der Prof.-Willkomm-Raum im Esche-Museum ein geeigneter Ort sein könnte. Normalerweise wird für diesen Raum eine Miete fällig. OB Dr. Jesko Vogel entschied kurzerhand, darauf im Interesse der Allgemeinheit zu verzichten.

Elternvertreter, die den Prof.-Willkomm-Raum für ihre Elternratssitzungen nutzen wollen, melden ihre Terminwünsche bei Kathrin Weise, der zuständigen Sachbearbeiterin im Fachbereich Stadtentwicklung, unter der Rufnummer 03722 / 78 428 an. Dabei werden auch die Regularien zur Schlüsselübergabe besprochen.

Dr. Jesko Vogel bat darum, dass die Elternvertreter ihre Terminwünsche für das Jahr 2019 der Stadtverwaltung bereits frühzeitig mitteilen.

Alle Drei waren sich darüber hinaus einig, dass Schülervertretungen für ihre Sitzungen selbstverständlich Räumlichkeiten in den Schulen zur Verfügung stehen sollten.

Offene Aussprache zu den drängendsten Problemen

Eine offene und konstruktive Aussprache über die drängendsten Probleme der Limbach-Oberfrohnaer Elternvertreter beherrschte heute die Sitzung des Arbeitskreises Schule im Stadtelternrat Limbach-Oberfrohna.
Besonders unter den Nägeln brannte den Elternvertretern der Lehrermangel und die besondere Rolle, die die Seiteneinsteiger dabei spielen. Außerdem wurden Best-Practice-Beispiele, wie etwa ein Projekt zur Verbesserung des Klassenklimas in einer Grundschule oder die gemeinsamen Sitzungen von Elternräten und Klassensprechern an einer Oberschule, vorgestellt. Andiskutiert wurde auch die Frage, welches Thema der Stadtelternrat bei der nächsten Elternschule im Oktober auf die Tagesordnung setzen sollte: Vorgeschlagen wurden die Themen Drogen und Cybermobbing. Nach Vorstellung der Elternräte sollen dabei allerdings nicht nur die Eltern, sondern auch die Schüler informiert werden.

Treffen des Arbeitskreis Schule

Der Arbeitskreis Schule des Stadtelternrates Limbach-Oberfrohna lädt alle Interessierten herzlich zur nächsten Sitzung für den 26. März 2018, um 19 Uhr in Vogel´s Gaststätte, Frohnbachstraße 65, ein. Im offenen Gespräch sollen alle Anliegen auf den Tisch kommen, die den Elten unter den Nägeln brennen. Die Einladung richtet sich auch an Eltern zukünftiger Schüler, um mehr über deren Erfahrungen mit der Vorschule zu erfahren.

Elternschule „Mit Kindern Regeln regeln“

Bei der nächsten Elternschule am 22. März um 19 Uhr in der Stadtbibliothek Limbach-Oberfrohna dreht sich alles um das Thema „Regeln“. Zu Gast ist die Autorin Ulrike Leubner. Sie spricht zum Thema „Mit Kindern Regeln regeln“.

Worum geht es in der Elternschule?
Mit Kindern Regeln regeln oder besser für Kinder Regeln erstellen? Was, wenn Kinder sich nicht einigen können? „Darf“ der Erwachsene dann „helfen“? Oder ist er sogar zum Eingreifen verpflichtet? Was passiert, wenn gegen festgelegte Regeln verstoßen wird? Wer ergreift dann welche Maßnahmen? Diese und viele weitere Fragen rund um die Themen Umgang mit Regeln und Streitschlichten diskutiert die Autorin Ulrike Leubner bei der nächsten Veranstaltung der Elternschule L.O. mit interessierten Eltern und Pädagogen. Die Teilnahme ist kostenlos.

Worum geht es im Buch „Mit Kindern Regeln regeln“?
In Zusammenarbeit mit Kindern, Eltern, pädagogischen Fachkräften aus dem Kindergarten und dem Hortbereich, einer Grundschule und eines Gymnasiums sind die Aufzeichnungen zu ihrem Buch „Mit Kindern Regeln regeln“ entstanden. Sie wollen verschiedene Möglichkeiten und Wege aufzeigen und zum Nachdenken und Ausprobieren einladen.

Wer ist die Referentin?
Ulrike Leubner kann auf eine langjährige Tätigkeit als Fachberaterin für Kindertageseinrichtungen, auf dreißig Jahre Erfahrung als Erzieherin und neunzehn Jahre Leitungstätigkeit in Kindertagesstätten zurückgreifen. Als ausgebildete Multiplikatorin leitet sie Weiterbildungsseminare für Erzieherinnen und Erzieher, in denen es unter anderem um das Thema „Mit Kindern Regeln regeln“ geht. Weiterhin veröffentlichte sie bereits mehrere Kinderbücher und das Fachbuch „Planen mit Kindern“.

Wo gibt es die Bücher?
Die Bücher „Mit Kindern Regeln regeln“ und „Planen mit Kindern“ sind für jeweils 9,95 Euro im Buchhaus am Johannisplatz in Limbach-Oberfrohna erhältlich.

 

Treffen des Arbeitskreis Kita

Liebe Mitglieder, liebe Eltern und Interessierte!

Am Donnerstag, dem 1. März, findet unser nächstes AK- Kita-Treffen statt. Los geht es um 19 Uhr im Cafè Wunderbar an der Hohensteiner Straße.

Die Tagesordnung sieht folgende Punkte vor:

1. Offene Gesprächsrunde Anliegen von Eltern

2. Elternschule

3. Thema Kita Neubau und Modernisierungen in L.-O.

4. Fehlende Kita-Plätze durch Erziehermangel

5. Neues von den Stadtelternratsprojekten

5.1 Kitasatzung und Limbokarte

Personalmangel bleibt das wichtigste Problem

Auch im Jahr 2018 bleibt der Personalmanagel in den Kitas eines der wichtigsten Probleme für den Stadtelternrat Limbach-Oberfrohna. Darauf hat der Vereinsvorsitzende Christian Wobst in einem Interview mit dem Blick hingewiesen (das Interview finden Interessierte im E-Paper unter diesem Link auf Seite 3).

 

In einer am Vormittag verbreiteten Pressemitteilung hat auch der Stadtelternrat Chemnitz noch einmal deutlich gemacht, dass die frühkindliche Bildung in Sachsen verbessert werden muss. „Allein durch die positivere Darstellung des Bildungssystems in Sachsen, wie sie der neue Kultusminister verspricht, werden keine inhaltlichen, personalen und finanziellen Defizite beseitigt. (…) Die Forderungen im Bereich der frühkindlichen Bildung und der Kindertageseinrichtungen sind in den letzten Jahren praktisch gleich geblieben und werden durch die sächsische Landesregierung weitgehend ignoriert. „Hilferufe“ aus den Einrichtungen werden durch administrative Maßnahmen abgebügelt“, so Silke Brewig-Lange, Vorsitzende des Vorstandes des Stadtelternrates Chemnitz.

Die Stadtelternräte in Chemnitz und Limbach-Oberfrohna (sowie die in der Graswurzelinitiative „Die bessere Kita“ organisierten Gewerkschaften, Träger und Wohlfahrtsverbände) haben an die in Sachsen regierenden Fraktionen von CDU und SPD die folgenden fünf Forderungen:

  • Wir fordern eine deutliche Verbesserung der Fachkraft-Kind-Relation.
  • Wir fordern eine Anerkennung der mittelbaren pädagogischen Arbeit.
  • Wir fordern eine Anrechnung von Ausfallzeiten (z.B. Praxisanleitung, (berufsbegleitende) Ausbildung, Fortbildung, Krankheit, Urlaub) auf den Personalschlüssel.
  • Wir fordern eine Freistellung für Leitungsaufgaben.
  • Wir fordern eine Strategie zur Gewinnung, Bindung und Qualifizierung von Fachkräften.

Sachsens neuer Kultusminister Christian Piwarz (CDU) bewegt sich ja noch in der 100-Tage-Neu-im-Amt-Schonfrist. Auf der Facebook-Seite des Stadtelternrates hat er sich unter einem Posting schon einmal zu Wort gemeldet. „Geben Sie mir die Zeit, gute Entscheidungen im Sinne aller Beteiligter im Bildungssystem vorzubereiten. Vielleicht ergibt sich auch die Gelegenheit zum persönlichen Gespräch“, schrieb er dort. Wir haben ihn gleich zu einem Besuch einer Kita in Limbach-Oberfrohna eingeladen. Bisher hat darauf noch nicht reagiert. Die AWO Sachsen ist da schon einen Schritt weiter. Sie hat Ende Dezember ein Positionspapier für die Verbesserung des Personalschlüssels und der Rahmenbedingungen in Kitas und Kinderkrippen veröffentlicht.